Dissoziative Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen

Dissoziative Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen

Die dissoziative Sensibilitäts- und Empfindungsstörung ist eine psychische Erkrankung, bei der Betroffene ein geringeres Hautempfindungs-Vermögen besitzen und/oder das Sehen, Hören oder Riechen eingeschränkt ist. Die Krankheit gehört zur Gruppe der dissoziativen Störungen. Dissoziative Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen können auch als Symptome komplexerer dissoziativer Erkrankungen (z.B. NNBDS, DIS) und bei komplexer PTBS auftreten.

Krankheitsbild und Symptome der dissoziativen Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen

Bei den dissoziativen Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen kommt es zu Einschränkungen im Hautempfindungs-, Seh-, Hör- oder Riechvermögen. Am häufigsten kommen Hautempfindungs- und Sehstörungen vor. Hör- und Riechstörungen treten deutlich seltener auf.

Betroffene von Hautempfindungsstörungen verlieren teilweise oder vollständig die normalen Hautempfindungen an Körperteilen oder sogar am ganzen Körper. Reize wie Berührung, Hitze oder Kälte können nicht mehr oder nur eingeschränkt wahrgenommen werden. Einige Betroffene beklagen zusätzlich Gefühle des Kribbelns und der Taubheit, wie es z.B. bei eingeschlafenen Gliedern vorkommt. Der Verlust der Hautempfindungen ist dabei nicht bedingt durch körperliche Ursachen (z.B. Nervenverletzungen), sondern rein psychischer Natur.

Die Sehstörungen äußern sich häufig in Form von einem Verlust der Sehschärfe. Betroffene sehen verschwommen oder haben einen „Tunnelblick“. Trotz der Einschränkungen des Sehens sind die allgemeine Beweglichkeit und die motorischen Leistungen gut erhalten. Ein vollständiger Sehverlust (Erblindung) tritt selten auf, ist jedoch auch möglich.

In der ICD-10 sind die dissoziativen Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen als dissoziative Störungen (Konversionsstörungen) klassifiziert und unter dem Code F44.6 vorzufinden. Im DSM-5 existiert keine eigenständige Diagnose hierfür.

Ursachen

Ursache von dissoziativen Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen sind oft unverarbeitete traumatische Erlebnisse. Die Traumata können dabei schon sehr lange zurückliegen. Erinnerungen an ein Trauma müssen nicht zwangsläufig vorhanden sein.

Therapie

Bei dissoziativen Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen ist Psychotherapie das Mittel der Wahl. Die Behandlung sollte dabei ausschließlich von Therapeuten durchgeführt werden, die über ausreichende Erfahrungen im Bereich der dissoziativen Störungen verfügen.

Verschiedene Therapieformen sind zur Behandlung der dissoziativen Sensibilitäts- und Empfindungsstörungen möglich. Die Art der Therapie sollte davon abhängig sein, welche und wie viele weitere dissoziative Symptome vorliegen.

Bei einfachen dissoziativen Störungen ist die Arbeit an den auslösenden Situationen sowie die Verbesserung der Affektwahrnehmung und der Affekttoleranz sinnvoll. Bei komplexeren dissoziativen Störungen (NNBDS, DIS) müssen störungsspezifische Therapietechniken angewendet werden, mit denen dissoziative Barrieren systematisch verringert werden.

 

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