Dissoziative Bewegungsstörungen

Dissoziative Bewegungsstörungen

Die dissoziative Bewegungsstörung ist eine psychische Erkrankung, bei der Betroffene unter dem Verlust der Bewegungsfähigkeit oder der Störung der Bewegungsabläufe leiden. Die Krankheit gehört zur Gruppe der dissoziativen Störungen. Dissoziative Bewegungsstörungen können auch als Symptome komplexerer dissoziativer Störungen (NNBDS, DIS) auftreten.

Krankheitsbild und Symptome der dissoziativen Bewegungsstörungen

Die häufigste Form der dissoziativen Bewegungsstörungen ist der vollständige oder teilweise Verlust der Bewegungsfähigkeit eines oder mehrerer Körperteile (teilweise auch der Sprache). Die Lähmungen können dabei partiell (nur schwache und langsame Bewegungen sind möglich) oder vollständig auftreten.

Eine dissoziative Bewegungsstörung kann sich auch in Form von unterschiedlichen Arten und Ausprägungen mangelnder Koordination (Ataxie) äußern. Diese Koordinationsprobleme kommen hauptsächlich in den Beinen vor, sodass es zu einem bizarren Gang kommt oder zur Unfähigkeit, alleine stehen zu können (Astasie, Abasie). Auch starkes Zittern oder Schütteln einer oder mehrerer Extremitäten bzw. des ganzen Körpers können auftreten.

Die dissoziativen Bewegungsstörungen gehören zur Gruppe der dissoziativen Störungen. Die in Erscheinung tretenden Bewegungsstörungen unterliegen nicht der bewussten Kontrolle der Betroffenen, sondern sind unterbewusst gesteuerte, unfreiwillige Reaktionen auf überwältigende emotionale Belastungen.

In der ICD-10 sind die dissoziativen Bewegungsstörungen als dissoziative Störungen (Konversionsstörungen) klassifiziert und unter dem Code F44.4 vorzufinden.

Ursachen

Ursache von dissoziativen Bewegungsstörungen sind oft unverarbeitete traumatische Erlebnisse. Die Traumata können dabei schon sehr lange zurückliegen. Erinnerungen an ein traumatisches Ereignis müssen nicht zwangsläufig vorhanden sein (Amnesie für das Trauma).

Therapie

Bei dissoziativen Bewegungsstörungen ist Psychotherapie das Mittel der Wahl. Die Therapie sollte dabei nur von Therapeuten durchgeführt werden, welche über ausreichende Erfahrungen im Bereich der dissoziativen Störungen verfügen.

Verschiedene Therapieformen sind zur Behandlung der dissoziativen Bewegungsstörungen möglich. Die Art der Therapie sollte davon abhängig sein, welche und wie viele weitere dissoziativen Symptome vorliegen (siehe auch Die 24 Symptome dissoziativer Störungen). Bei einfachen dissoziativen Störungen ist es empfehlenswert, an den auslösenden Situationen sowie der Verbesserung der Affektwahrnehmung und der Affekttoleranz zu arbeiten. Bei komplexen dissoziativen Störungen (NNBDS, DIS) sollten störungsspezifische Therapietechniken angewendet werden, welche die dissoziativen Barrieren systematisch abbauen.

 

 

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