Die Häufigkeit dissoziativer Störungen wird Dich überraschen

Dissoziative Störungen - Häufigkeit

Depressionen, Angststörungen und andere psychische Erkrankungen sind in den Medien stark diskutiert. Über dissoziative Störungen hingegen liest und hört man relativ wenig. Man könnte deshalb annehmen, dass es sich bei dissoziativen Störungen um seltene psychische Erkrankungen handelt.

Weit gefehlt! Dissoziative Störungen sind sehr verbreitet und deutlich häufiger vorzufinden, als dieses gemeinhin angenommen wird. Zahlreiche Studien haben die Häufigkeit von dissoziativen Störungen untersucht. Im Folgenden möchte ich Dir einen Überblick darüber geben, wie verbreitet dissoziative Störungen in Deutschland sind.

Dissoziative Störungen – schätzungsweise 4 Mio. Menschen sind in Deutschland betroffen

Es gibt eine Reihe von Studien, die die Häufigkeit von dissoziativen Störungen in der Allgemeinbevölkerung untersuchen (z.B. Vanderlinden et al., Ross et al., Johnson et al. und Seedat et al). Diese Studien stammen überwiegend aus den USA, Kanada und den Niederlanden. Das Ergebnis der Studien: die durchschnittliche Häufigkeit von dissoziativen Störungen in der Allgemeinbevölkerung beträgt circa 5 Prozent.

Bezogen auf die deutsche Allgemeinbevölkerung existieren keine Studien über die Häufigkeit dissoziativer Störungen. USA, Kanada und die Niederlande stellen jedoch vergleichbare Industrienationen dar. Aus diesem Grund ist es möglich, die bestehenden Studienergebnisse auf Deutschland zu übertragen.

Überträgt man die Studienergebnisse auf die deutsche Allgemeinbevölkerung, so sind in Deutschland schätzungsweise 4 Mio. Menschen von dissoziativen Störungen betroffen.

Für die drei größten deutschen Städte sieht die geschätzte Häufigkeit wie folgt aus:

  • Berlin: ca. 170.000 Betroffene
  • Hamburg: ca. 85.000 Betroffene
  • München: ca. 70.000 Betroffene

Circa 1 Mio. Menschen sind in Deutschland von der Dissoziativen Identitätsstörung (DIS) betroffen

Die Dissoziative Identitätsstörung (auch Multiple Persönlichkeitsstörung genannt) ist die dissoziative Störung mit der ausgeprägtesten dissoziativen Symptomatik. Betroffene besitzen mindestens zwei voneinander abgespaltene (dissoziierte) Persönlichkeitsanteile. In der Regel sind 8-10 verschiedene Persönlichkeitsanteile vorhanden, in Einzelfällen sogar über 100. In Deutschland sind circa 1 Million Menschen von der Dissoziativen Identitätsstörung betroffen.

Häufigkeit bei Patienten in stationärer psychiatrischer Behandlung

Bei Patienten, die sich in stationärer psychiatrischer Behandlung befinden, ist die Häufigkeit dissoziativer Störungen sogar noch höher. Diese treten dort bei circa 10 Prozent der Patienten auf. Die dissoziative Identitätsstörung (DIS) ist bei ungefähr 5 Prozent der Patienten vorzufinden.

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1 Antwort

  1. Stephan sagt:

    Hallo zusammen,

    Vielen Dank für das fleißige teilen. Dissoziative Störungen können wirklich mehr Aufmerksamkeit gebrauchen.

    Beste Grüße
    Stephan

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